Geschichte

Die Firmengründer

Die Geschichte des mittelständischen Rasteder Bauunternehmens TweWe-Bau beginnt 1981 mit den Gründern und Namensgebern, Albert Twesten und Erich Wessels. Sie waren bereits in jungen Jahren in der Baubranche tätig.

Erich Wessels absolvierte seine Ausbildung zum Zimmerer bei einem Betrieb in der Gemeinde Butjadingen. Er arbeitete nach den Lehrjahren zunächst noch als Geselle, bis ihn der Wunsch, sich weiter zu bilden und sich neue Perspektiven zu schaffen, an die Bautechnikerschule trieb. Albert Twesten ist ebenfalls in der Baubranche aufgewachsen. Sein Vater war Besitzer einer kleinen Zimmerei in Wittort bei Lüneburg. So ergriff auch der Sohn diesen Beruf und begann eine entsprechende Ausbildung. Auch ihn verschlug es später im Zuge seiner Fortbildungen an die Bautechnikerschule.

Bei der Schomburg Grundbau GmbH kreuzten sich die Wege der Herren Twesten und Wessels zum ersten Mal. Beide waren als Bauleiter in verschiedenen Bereichen tätig. Herr Twesten arbeitete im Beton- und Tiefbau in Hafenbereichen, Herr Wessels kümmerte sich größtenteils um Stahlbetonfundamente für die Deutsche Bahn und für Energieversorger.

Die Entstehung der TweWe-Bau GmbH

Herr Wessels kann sich noch gut an den Auslöser erinnern, der ihn und Herrn Twesten zu der Überlegung brachte, in die Selbstständigkeit zu gehen. Ihr damaliger Chef hatte Anfang 1981 den Satz geäußert: „Keiner hat mehr Lust, im Winter zu arbeiten. Wenn das so weiter geht, häng‘ ich den Laden an den Nagel.“ Diese bemerkenswerte Aussage führte den beiden Bauleitern die ungewisse Zukunft auf dem Arbeitsmarkt mehr als deutlich vor Augen.

Die Entscheidung sich gemeinsam selbstständig zu machen, war schnell getroffen. Herr Twesten und Herr Wessels reichten beide im Februar 1981 ihre Kündigung ein. Die Vorbereitungen, den eigenen Betrieb auf die Beine zu stellen, liefen auf Hochtouren. Da beide Gründer in Rastede heimisch waren, suchten sie sich im Ort ein geeignetes und vor allem auch kostengünstiges Gelände für das Bauunternehmen. In der Raiffeisenstraße 15 fanden die Jungunternehmer einen solchen Platz. Im Juli 1981 mieteten sie dort den rückwärtigen Teil eines Wohnhauses an. Den Großteil des 1967 erbauten Hauses nahm der Eigentümer noch selbst in Anspruch. Nach Aufgabe der alten Schmiede wurden weitere Teile des Hauses vermietet, u.a. an einen Architekten.

Die ersten Arbeitsmittel für den neuen Betrieb, wie z. B. Pritschenwagen, Mischmühle, Gerüste etc., erwarben die zwei Unternehmer aus der Konkursmasse eines kleinen Zwei-Mann-Maurerbetriebs aus Oldenburg.

Im Unternehmen waren zu Beginn drei Personen tätig: die Inhaber und ein angestellter Geselle als Maurer.

Die ersten zwanzig Jahre

Die ersten Aufträge der Firma waren überwiegend Maurerarbeiten. 1982 wandte Herr Wessels sich wieder seinem alten Fachgebiet, dem Fundamentbau, zu. Hieraus entwickelte sich ein starkes zweites Standbein der TweWe-Bau GmbH. Der Bau und die Sanierung von Fundamenten für die Hochspannungsmasten der Energieversorger gehörten von da an zum festen Auftragsvolumen. Anfang der 90er Jahre führte der inzwischen erworbene gute Ruf zu umfangreichen Aufträgen aus der Windkraftindustrie für die Erstellung der Fundamente.

Herr Twesten beschäftigte sich vornehmlich mit dem Brückenbau. Sein Repertoire umfasste Brückensanierungen, Kappenerneuerungen und den Neubau von Radwegbrücken.

Besonders in den ersten zehn Jahren entwickelte sich das Bauunternehmen sehr stark. Dadurch änderte sich nicht nur die Strukturierung der räumlichen Verhältnisse, sondern auch der Mitarbeiterstab wurde dem stetig steigenden Auftragsvolumen angepasst.

Zum Zeitpunkt der Gründung stand dem Betrieb lediglich eine Werkhalle zur Verfügung. Im Laufe der Jahre kamen jedoch immer mehr Räumlichkeiten hinzu. Der Eigentümer des Grundstücks an der Raiffeisenstraße 15 benötigte immer weniger Fläche für sich selbst und trat die übrigen Bereiche an die TweWe-Bau GmbH ab. So wurden weitere Lager- und Stellplätze geschaffen.

Die Büroarbeiten wurden in einem ca. 14 m² großen Raum innerhalb der Werkhalle abgewickelt. Der Mehraufwand der organisatorischen Maßnahmen erzwang auch in diesem Bereich räumliche Veränderungen.

Das Unternehmen hatte Anfang der 90er Jahre erneut die Möglichkeit, weitere Räume des Wohnhauses anzumieten. So kamen eine Werkstatt und ein separater Büroraum hinzu. Die Grenzen der räumlichen Ausbreitung waren damit ausgeschöpft. Nun teilten sich drei Mietparteien das gesamte Gebäude. Eine Logopädin, ein Architekt und die TweWe-Bau GmbH.

Die umfangreichen Stahlbetonarbeiten des Unternehmens erforderten ein großes Lager für das benötigte Schalungsmaterial. Ende der 80er Jahre machten sich die beiden Unternehmer daher auf die Suche nach einem zusätzlichen Platz. Fündig wurden sie in Leuchtenburg. Dort konnten sie Teile eines Bauernhofes in etwa zwei Kilometer Entfernung zum Hauptsitz in der Raiffeisenstraße 15 anmieten.

Die Zahl der Mitarbeiter pendelte sich ab Anfang der 90er Jahre auf 12 bis 14 ein. Bis Mitte der 90er Jahre arbeiteten Herr Twesten und Herr Wessels noch selbst aktiv auf den Baustellen mit. Die rapide zunehmenden Büroarbeiten zwangen die Unternehmer allerdings, sich nur noch auf diese zu beschränken und ihren Einsatz auf den Baustellen aufzugeben. Bis dato ließen sich die Planung der Bauabläufe, die Materialbestellungen, die Angebotserstellungen und die Abrechnungen noch nach Feierabend und an den Wochenenden bewerkstelligen.

1995 gab es erste Pläne, den Standort in der Raiffeisenstraße zu verlassen. Herr Wessels wollte bereits damals den Betrieb an einem Ort vereinen und weiter expandieren. Herr Twesten teilte jedoch aufgrund der schlechten Baukonjunktur und der absehbaren Pensionierung seine Ansicht nicht, sodass diese Planungen zu dem Zeitpunkt noch nicht realisiert werden konnten.

Der Verkauf des Unternehmens

Im Jahr 2002 schied Herr Twesten aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen aus. Eine familiäre Nachfolge gab es nicht. Um den Fortbestand der TweWe-Bau GmbH zu gewährleisten, entschieden sich die Geschäftsführer 2002 zum Verkauf des Betriebes an das Ingenieurbüro Janssen aus Rastede, welches als stiller Teilhaber fungierte. Herr Wessels war weiterhin als Geschäftsführer tätig. Im August desselben Jahres wurde ein neuer Mitarbeiter mit dem Ziel eingestellt, die Geschäftsleitung nach dem Ausscheiden von Herrn Wessels zu übernehmen.

Diese personellen Veränderungen tangierten das laufende Geschäft kaum. Dennoch überstürzten sich die Ereignisse in den darauf folgenden Jahren. Im Mai 2004 meldete der stille Teilhaber für sein eigenständiges Ingenieurbüro Insolvenz an. Diese negative Entwicklung durchkreuzte die Lebensplanung des früheren Firmeninhabers. Herr Wessels griff die Ängste der besorgten Mitarbeiter der TweWe-Bau GmbH auf und versuchte mit allen Mitteln, den Baubetrieb aufrechtzuerhalten. Seine intensiven Bemühungen führten schließlich Ende Mai 2004 zum Rückkauf des Unternehmens. Dieses uneigennützige Engagement sicherte den Fortbestand der TweWe-Bau und der Arbeitsplätze. Die so nicht gewollte Situation zwang Herrn Wessels jedoch als jetzigen alleinigen Eigentümer, neue Überlegungen hinsichtlich seiner Nachfolge anzustellen.

Der erste Kontakt zwischen Herrn Wessels und einem der heutigen Firmeninhaber, Bernd Bohlen, resultierte im Juni 2004 aus einer Zusammenarbeit der Firmen TweWe-Bau und dem Bauunternehmen, bei dem Herr Bohlen damals beschäftigt war. Herr Bohlen leitete dort die Abteilung des Ingenieurbaus. Nachdem Herr Wessels ihm über die Ereignisse jüngster Zeit berichtete, äußerte Herr Bohlen eher beiläufig etwaiges Interesse am Kauf des Unternehmens. Zu weiterführenden Gesprächen kam es jedoch zunächst nicht.

Im September 2004 hakte Herr Wessels dann aber bei Herrn Bohlen bezüglich seines Interesses nach. Dieser bekundete sein eventuelles Vorhaben gegenüber seinem damaligen Kollegen und heutigen Mitinhaber, Mark Blanché, der auch an der Selbstständigkeit interessiert war. Herr Blanché war ebenfalls Abteilungsleiter im selben Unternehmen wie Herr Bohlen. Die beiden entschieden sich, die TweWe-Bau GmbH gemeinsam zu erwerben.

Ende des Jahres 2004 wurde die Übernahme des Unternehmens durch die beiden Diplom-Ingenieure in die Wege geleitet. Herr Wessels übergab im April 2005 die Geschäftsleitung an die neuen Eigentümer. Herr Wessels war bis 2007 noch im Betrieb tätig und ging dann in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Die Entwicklung seit 2005

Nachdem entsprechende Überlegungen schon länger im Raum standen, zog die TweWe-Bau GmbH im Jahr 2005 an den heutigen Firmensitz an der Königstraße 8 in Rastede um. Der seinerzeit errichtete Neubau mit Bürotrakt, Halle und Lagerfläche wurde seither bereits zweimal erweitert und einmal um weitere Außen-/Lagerflächen ergänzt. Der Betrieb beschäftigt seit mehreren Jahren zwischen 40 bis 50 Mitarbeiter und ist heute bundesweit tätig.