Oldenburg – TweWe baut zwei Pfarrhäuser für Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eversten

Die Nordwest-Zeitung berichtete am 11.03.2021:

Gemeinde baut auf die Zukunft
Zwei neue Pfarrhäuser für St. Ansgar
Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein

Von außen betrachtet ist alles wie immer. Die St.-Ansgar-Kirche ragt in den trüben Everster Frühjahrshimmel. Bis auf den Autolärm an der Edewechter Landstraße ist es ruhig. Die Pandemie hat auch über das Gemeindeleben eine Decke der Stille gelegt. Trotzdem wird hier gearbeitet. Zum Teil mit schwerem Gerät. Hinter dem historischen Pfarrhaus graben sich Bagger in den Boden. Noch sieht es wüst aus im Pfarrgarten. Aber das wird sich sehr bald ändern. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bekommt neue Pfarrhäuser. Eines direkt hinter St. Ansgar, das anderen hinter dem Gemeindezentrum an der Zietenstraße.

Entstehen sollen zwei klassische Einfamilienhäuser inklusive Einliegerwohnungen mit Satteldach. Beide Bauwerke sind geklinkert – farblich auf die Außenwand der Kirche abgestimmt. Geplant hat die beiden in etwa baugleichen Pfarrhäuser Architekt Stefan Scheper vom Oldenburger Architekturbüro Sosath & Scheper in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Bau der Ev.-luth. Kirche Oldenburg.


Momentan wird hinter der Kirche noch der Boden ausgekoffert. Einige wenige alte Obstbäume und Sträucher in dem verwilderten und ungenutzten Garten mussten gerodet werden. Aber es geht zügig voran. Ende des Jahres sollen beide Neubauten bezugsfertig sein. „Wir arbeiten parallel, sobald hier an der Kirche Arbeitsschritte abgeschlossen sind, geht es an der Zietenstraße weiter“, sagt Kirchenältester Dirk-Michael Grötzsch.

Beziehen sollen beide Neubauten zum einen Pastor Nico Szameitat, zum anderen seine neue Kollegin Dörte Kramer, die im Sommer hier ihren Dienst antreten wird. Während der Pastor mit Katze und Klavier eine Einliegerwohnung im Haus an der Kirche beansprucht, wird der 47-jährige Neuzugang samt Familienanhang das komplette Haus an der Zietenstraße nutzen. Beide Bauten wurden bewusst variabel geplant und sind durch herausnehmbare Wände für die Ansprüche jeweiliger Mieterinnen und Mieter größenmäßig anpassbar. Nico Szameitat, der jetzt noch im Stadtnorden wohnt, freut sich bereits „riesig“ auf den Umzug. „Ein Pastor muss in der Gemeinde wohnen“, ist er überzeugt. – „Gerade in der Corona-Zeit, wo so vieles entfällt.“ Regelmäßig würden die Menschen das Gespräch suchen. Gewissen Notlagen würden es auch erfordern, dass sie einfach an seiner Türe klingeln. Beim Einkaufen in Schluffi-Klamotten im nächstgelegenen Supermarkt als Pastor angesprochen zu werden, würde ihn nicht stören – das sei eine bewusste Entscheidung bei der Berufswahl gewesen. Als offiziell ausgezeichnete „Offene Kirche“ sei man immer und für alle Menschen da.

Das sehr schöne, historische Pfarrhaus aus dem Jahr 1901 bleibe selbstverständlich unangetastet, versichert Pastor Andreas Thibaut. Aktuelle stehe man mit einem Nachnutzer aus dem kirchlichen Bereich in Verhandlung. Von außen betrachtet bleibt also alles wie immer, während sich im Kern einiges ändert. Zum Guten – für alle Beteiligten.

Quelle Text: Nordwest-Zeitung, Lea Bernsmann
Quelle Entwürfe: Architekturbüro Sosath & Scheper

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